Patientensicherheit

Osteopathie ist insbesondere auch eine sichere Diagnose- und Behandlungsform.

Die wissenschftlichen Untersuchungen, die hierzu gemacht wurden, zeigen, dass nur wenige bis keine Nebeneffekte nach einer osteopathischen Behandlung auftreten. Wenn dann doch unerwünschte Effekte beklagt werden, sind diese meistens mild und von kurzer Dauer (wie Steifigkeit, Muskelkater, Ermüdung, leichter Kopfschmerz, etc.), wie auch diese prospektive Studie zeigt (1).

Was die in den Medien oft diskutierten und oft gefürchteten Halswirbelsäulenmanipulationen (das „Einrenken der Wirbelsäule“, siehe auch Foto) angeht, gibt es hier einfach zu wenig Zahlenstatistiken aus klinischen Studien, um hier eine fundierte Aussage machen zu können. Das ist auch die Konklusion des KCE-Reports 148A: „Stand van zaken voor de osteopathie en de chiropraxie in België („Statusbericht über Osteopathie und Chiropraktik in Belgien“, Report des belgischen Kenntniszentrums für Gesundheit)“. 

Die Grundlagenforschung (2, 3, 4, 5) zeigt uns, dass die mechanische Belastung während dieser HWS-Manipulationen nicht für die schweren Komplikationen, welche man hiermit in Verbindung bringt, verantwortlich gemacht werden kann. Klinische Studien (6, 7) zeigen dass die schweren Risiken, von denen die Rede ist, äußerst selten sind - so selten, dass es beinahe als unmöglich erscheint, hierüber eine prospektive Studie zu machen (8). Darüber hinaus sind die Studien, die über diese schweren Komplikationen berichten, meistens retrospektive Fall-kontrollierte Studien (case-control studies) und Übersichtsstudien (case reviews), die aber oftmals nicht zu eindeutigen Konklusionen kommen und keine Aussage über einen möglichen ursächlichen Zusammenhang zwischen cervicalen Manipulationen und dem Auftreten eines Apoplex (CVA) oder einer Dissektion der cervicalen Arterien (9) machen können. Eine Untersuchung (ausnahmsweise eine prospektive Studie) sagt aus, dass die Vorteile einer manipulativen Intervention bei Patienten mit Cervicalgie, die Risiken überwiegen (10). Dem gegenüber ist uns keine einzige Studie bekannt, in welcher allein Osteopathen bezüglich dieses Themas die Untersuchungsgruppe bildeten. 

 

(1) Rajendran D., Mullinger B., Fossum C., Collins P., Froud R. Monitoring self-reported adverse events: A prospective, pilot study in a UK osteopathic teaching clinic, IJOM, 2009; 12(2): 49-55

(2) Klein P., Broers C., Feipel V., Salvia P., Van Geyt B., Dugailly P.M. Global 3D head-trunk kinematics during cervical spine manipulation at different levels, Clin Biomech., 2003; 18(9): 827-31

(3) Wuest S, Symons B, Leonard T, Herzog W. Preliminary report: biomechanics of vertebral artery segments C1-C6 during cervical spinal manipulation, J Manipulative Physiol Ther., 2010; 33(4): 273-8

(4) Walid S., Lenders C., Lepers Y., Mathieu J., Klein P. Variations de longueur de l'artère vertébrale in vivo. Etude comparative entre la rotation physiologique et la position prémanipulative de la colonne cervicale, La Revue de l'Ostéopathie, 2011; 1(2): 37-40

(5) Herzog W., Leonard T.R., Symons B., Tang C., Wuest S. Vertebral artery strains during high-speed, low amplitude cervical spinal manipulationJournal of Electromyography and Kinesiology, 2012; 22: 740-746 

(6) Carlesso L., Gross A., Santaguida P., Burnie S., Voth S., Sadi J. Adverse events associated with the use of cervical manipulation and mobilization for the treatment of neck pain in adults: A systematic review. Manual Therapy, 2010; 15 (5): 434‐444.

(7) Carnes D., Mars T., Mullinger B., Froud R., & Underwood M. Adverse events and manual therapy: A systematic review. Manual Therapy, 2010; 15 (4): 355‐363

(8) Morichetti J, Meslé R. Risques liés aux manipulations du rachis cervical: Revue de littérature, ApoStill, 2009; 20: 13-29

(9) Vogel S. Adverse events and treatment reactions in osteoapathy, IJOM, 2010; 13:83-84

(10) Rubinstein S.M., Leboeuf-Yde C., Knol D.L., de Koekkoek T.E., Pfeifle C.E., van Tulder M.W. The benefits outweigh the risks for patients undergoing chiropractic care for neck pain: a prospective, multicenter, cohort study, J. Manipulative Physiol. Ther., 2007; 30: 408-18